Gebetsanliegen Johanna Heinze
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Wird Johanna die Infusion los?
Liebe Freunde, nun ist schon wieder März und es gibt auch wieder Anlass, hier von Johanna zu berichten und Euch teilhaben zu lassen. Die Entwicklung von Johanna in den vergangenen Wochen war gut; wir konnten die nächtliche Infusionsmenge weiter auf jetzt 560ml/ Nacht verringern, und dennoch waren die Blutwerte weiterhin hervorragend. Das hat uns dazu ermutigt, es zu versuchen, die nächtliche Infusion ganz wegzulassen; das soll ab Ende März unter ärztlicher Aufsicht geschehen. Wir glauben, dass das Schritte in die richtige Richtung sind, da so erst auch ein Hungergefühl entstehen kann, und die Motivation zum Essen bei Johanna zunimmt. Derzeit isst sie, wenn überhaupt, nur ganz kleine Mengen über den Mund. Dabei dürfte sie viel mehr essen. Für den Krankenhausaufenthalt sind zwei Wochen geplant. Für unseren Glauben ist das wieder eine große Herausforderung, einen Schritt im Vertrauen zu gehen, da viele Ärzte gesagt haben, dass Johanna die Infusion immer brauchen wird. Doch Johannas behandelnde Ärztin und wir glauben das nicht! Wir beten ja schließlich jeden Abend um vollständige Heilung.
Eine weitere große Herausforderung in den nächsten Monaten wird die Einschulung von Johanna im August sein; übermorgen (12.03.) ist die Einschulungsuntersuchung bei der Amtsärztin. Von der Schule her haben wir schon positive Signale bekommen, was den Umgang mit der derzeit noch besonderen Situation von Johanna betrifft. Über die praktische Umsetzung (Bewältigung Schulweg, Nahrung über die Magensonde) sind wir uns noch nicht im Klaren. Aber das wird sich in den nächsten Wochen zeigen- auf jeden Fall wissen wir uns getragen von Gott.
Johanna bereitet die Vorschule, die sie einmal wöchentlich besucht, viel Freude. Sie genießt die Gemeinschaft mit den anderen Kindern und ist sehr wissbegierig. Sie kann ihre Einschulung kaum erwarten. Wir sind froh, dass man ihr ihr Handicap kaum ansieht und sie so einen ziemlich normalen Umgang lernt. Als sie in der Vorschule von den anderen Kindern gefragt wurde, was das für eine kleine Beule an ihrem Bauch ist, erklärte sie: „Das ist meine PEG, und darüber bekomme ich mein Futter". Die Kinder hörten interessiert auf ihre weiteren Erklärungen, keins hat gelacht (Johannas größte Sorge im Bezug auf die Schule war, dass die Kinder sie auslachen würden). So macht sie auch hier positive Erfahrungen.
Viel Grund zum Danken! Dankt Gott für das weitere gute Ergehen, sowohl körperlich als auch geistig und in ihrer persönlichen Entwicklung. Dankt Ihm für die Kraft, die wir täglich bekommen, wie wir sie brauchen.
Bittet Gott um weitere Führung und Bewahrung bei den nächsten Schritten, in der Schulentwicklung und bei der medizinischen Behandlung. Johanna braucht weiterhin Bewahrung vor Katheterinfektionen (besonders Schutz im Krankenhaus), und wir als Familie wieder viel Kraft in der Zeit der Trennung sowie Strukturen zu Hause, damit auch die beiden großen Schwestern und wir als Paar diese Zeit gut überstehen. Danke, dass ihr uns im Gebet mittragt, wir haben einen großen Gott!
Andreas & Yvonne.
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am: 2008.12.22
Rückblick 22.12.2008
Liebe Freunde, nun sind schon wieder acht Wochen ins Land gegangen, seit Johanna den neuen Katheter bekam. Die Folgezeit blieb ohne Komplikationen und der Katheter ist gut eingewachsen. Dankt Gott dafür; denn das ist nicht selbstverständlich.
Wir möchten auch noch ein kleines bisschen darüber berichten, wie es Johanna und uns in den letzten Monaten ergangen ist.
Der Familientag bei Fresenius in Neufahrn bei München war eine sehr gute Erfahrung. Zunächst wären da die gute Unterbringung im Hotel und die gute Bewirtung zu erwähnen. Auf dem Firmengelände von Fresenius Kabi, dem Hersteller der Infusion für Johanna, hatte man ein Festzelt aufgebaut und einen Parcours für die „Familien- Olympiade“, einem kleinen, entspannten „Wettkampf“ mit ein paar Spielen. Fast die komplette Belegschaft der Firma war vor Ort und gestaltete den etwa 25 Familien einen sehr schönen Tag. Interessant war auch die Besichtigung der Produktion der Infusion, die von Hand in hochsterilen Räumen zusammengestellt wird, für jeden Patienten individuell. Von da ab darf dann die Kühlkette bei Lagerung, Versand und Transport nicht mehr unterbrochen werden. Als sehr gut und hilfreich empfanden wir den Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern. Johanna hat es sehr geholfen, zu sehen, dass es auch noch andere Kinder mit parenteraler Ernährung gibt. Am Abend gab es noch leckeres Essen für alle und eine Kinderdisko, bei der Johanna sehr viel Freude hatte, sich aber auch total verausgabte.
Im Anschluss an diesen Familientag waren wir eine Woche im Oberpfälzer Wald, in einem abgelegenen Haus mit viel Ruhe, schöner Landschaft und tollen Bademöglichkeiten in der Nähe. Diese Tage haben uns als Familie wieder viel Kraft gegeben.
Und danach konnten wir wieder eine Woche auf ein Haus im Rostock „aufpassen“, mit dem angenehmen Nebeneffekt, jeden Tag an den Ostseestrand zu fahren und die herrliche Meeresluft zu genießen. Johanna hat das alles sehr gut getan und sie fragt häufig, wann wir denn wieder mal in den Urlaub fahren.
Die Klage vor dem Sozialgericht hat ein Ende gefunden, bevor der Prozess begonnen hatte: Auf das Gutachten der Gerichtsgutachterin hin hat die Pflegekasse alle Ansprüche anerkannt und die ganzen Leistungen nachgezahlt, die seit Februar 2007 aufgelaufen waren! Im Gegenzug haben wir die Klage zurückgezogen. Hier ist also eine große Belastung von uns genommen worden, und es ist wieder einmal deutlich geworden, dass es richtig (aber leider auch nötig) ist, sich gegen ungerechte Behandlung durch die Pflegekassen zu wehren.
Im Oktober haben wir Johanna für die Grundschule angemeldet; ein neuer Lebensabschnitt kündigt sich an. Da Johanna nicht in den Kindergarten geht, mussten wir uns selbst um die Anmeldung kümmern. Wir haben eine Schule gewählt, die zwar etwas weiter entfernt liegt (ca. 2,6km), so dass Johanna zwar nicht allein dahin laufen kann. Aber die nächst liegende Grundschule, in die die beiden Großen gegangen sind, kommt mit der besonderen Situation nicht zurecht; die andere Schule hatte sogar schon Integrativ-Kinder. Nächster Schritt ist aber die Amts- Ärztin, die ihr OK geben muss zum Besuch einer „normalen“ Grundschule. Es ist uns gelungen, Johanna mit zu einer Vorschule zu geben. Es ist eine Kindergartengruppe, die einmal pro Woche für 1,5 Stunden erste Übungen macht. Johanna freut sich sehr über diese Möglichkeit, auch einige Freundschaften zu schließen.
Bei der Ernährung hat es in den letzten Monaten keine Fortschritte gegeben; die Gewichtsentwicklung scheint zu stagnieren. Wir haben verschiedene Spezialnahrungen versucht, die weniger Kalorien haben, damit ihr Appetit und das Verlangen zu Essen befördert werden. Dann waren aber z.B. zu viele Ballaststoffe enthalten und die Blutwerte wurden schlecht, weil sich der Elektrolythaushalt verschoben hatte. Und richtig Hunger hat Johanna nie. Sie bekommt derzeit 650ml Infusion pro Nacht, und weiterhin viermal am Tag Spezialnahrung über die Magensonde. Für uns ist es ein Balanceakt, ihr das Essen schmackhaft zu machen und sie nicht zu sehr zu drängen. Sie muss Freude am Schmecken bekommen, damit sie mehr isst. Die angedachte Therapie unter psychotherapeutischer Aufsicht hat sich weiter aufgeschoben, da noch keine passende Kindergruppe zusammengefunden hat. Ob das wohl doch nicht der Weg ist? Wir brauchen hier gute Ideen.
Anfang Dezember haben wir Johannas sechsten Geburtstag gefeiert, jedes Mal ein Anlass für einen Rückblick voller Dankbarkeit. Dankbar sind wir auch, als jetzt bei der Kieferorthopädie festgestellt wurde, dass die bleibenden Zähne im Kiefer voll angelegt sind; laut Aussage der Ärztin bei Johannas besonderer Situation keine Selbstverständlichkeit. Johanna wird diese Zähne brauchen!
Betet bitte um weitere Bewahrung vor Katheter- Infektionen, Schutz ihrer Leber, und dass es Fortschritte bei der Ernährung gibt. Dankt Gott für Ihr freundliches Wesen, dass man ihr nichts ansieht, und dass sie sich in allen anderen Bereichen normal entwickelt. Euch wünschen wir ein paar besinnliche Feiertage und einen ruhigen Jahreswechsel und viel Segen im Neuen Jahr. Vielen Dank, dass ihr uns mit euren Gebeten mittragt.
Eure Andreas & Yvonne, mit Rebecca, Elisabeth und Johanna.
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am: 2008.11.03
Operation
Liebe Freunde, nun ist Johanna doch noch gestern Abend operiert worden; in ihrer 23.OP hat sie hat einen neuen Broviac- Katheter bekommen, der in dieselbe Vene geht, jetzt aber an anderer Stelle aus der Haut kommt. Die OP ist gut verlaufen, in der Nacht hatte Johanna natürlich Sehnsucht nach Hause, denn die letzte Nacht im Krankenhaus lag ja schon fast drei Jahre zurück (kurz vor Weihnachten 2005). Heute konnten wir sie wieder nach Hause holen. Dankt Gott für den guten Verlauf der Operation, und dass sich Johanna so schnell erholt. Betet bitte um gutes Einwachsen des neuen Katheters und Bewahrung vor Infektionen.
Gottes Segen Euch allen, Andreas & Yvonne.
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am: 2008.11.03
Gebet dringend nötig
Liebe Freunde, liebe Beter,es ist dringend Gebet nötig!
Nachdem es an der Katheter- Eintrittsstelle ja schon seit einigen Monaten Probleme gibt, und auch die OP Anfang September nicht den gewünschten Erfolg brachte, eskalierte die Situation in den letzten Wochen. Es wuchs wildes Fleisch um die Stelle und es nässte sehr. Gestern war Yvonne mit Johanna außerplanmäßig in der Klinik, da wurde das wilde Fleisch weggeätzt.
Als wir Johanna heute Morgen von der Infusion abschließen wollten, war der Katheter soweit herausgerutscht, dass die Dacron- Manschette, die den Katheter eigentlich halten soll und auch vor Infektionen schützen soll, ganz draußen ist. Der Katheter ist bis zum Herzen vorgeschoben, und wenn er ganz rausrutscht, besteht Lebensgefahr durch Verbluten.
Jetzt gleich werden wir uns auf den Weg in die Klinik machen, haben aber schon erfahren, dass sie wegen vollem OP-Plan heute nicht operieren können, d.h. Johanna muss über Nacht bleiben.
Gestern haben sich die Ärzte auch schon über Alternativen beraten: Da Johanna kaum noch Stellen hat, wo man den Katheter legen könnte (oft thrombosiert), will man dieselbe Stelle nehmen, nur an anderer Stelle den Eintritt legen. Und wir haben natürlich auch Sorge, dass wegen unzureichender Hygiene im Krankenhaus Johanna sich eine Infektion holen könnte. Wir wollen diese Sorgen hiermit auf Jesus werfen! Bitte betet mit, dass Johanna bewahrt bleibt, bei der OP, bei dem Krankenhausaufenthalt und das ihre Seele keinen Schaden nimmt.
Danke, dass ihr uns im Gebet verbunden seid,
Andreas & Yvonne.
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am: 2008.07.21
wieder Neues
„Geduld ist nicht ein alles über sich Ergehenlassen, sondern ein sich Beweisen und Bewähren in Kraft" (Paul Conrad)Nun wird es höchste Zeit, dass wir wieder von Johanna berichten; wir haben wieder ein ganzes Stück Weg auf unserem „Marathonlauf" zurückgelegt. Auch dieser Abschnitt war wieder einer, der einem Lauf durch eine eintönige Landschaft gleicht. Es ändert sich nicht soviel (augenscheinlich) und so vergeht die Zeit wie im Flug. Schon wieder sind über sechs Monate vergangen, seit wir an dieser Stelle von Johanna berichteten. Dankbar sind wir dafür, dass sie weiterhin wächst und gedeiht und kein Krankenhausaufenthalt nötig wurde, ihre Leber- und Blutwerte vergleichsweise gut sind und sie vor Katheterinfektionen bewahrt blieb. Wir haben weiterhin immer und immer wieder versucht, die nächtliche Infusionsmenge (unter ärztlicher Kontrolle) zu reduzieren, aber immer wieder werden die Werte (vor allem der Säure- Wert) nach einer Weile schlecht und wir müssen die Menge wieder steigern. Und das stellt uns vor eine große Geduldsprobe. Karfreitag war der Wert (beim Blut testen lassen in der Klinik) so schlecht, dass sie dachten, das Gerät sei kaputt. Wir gaben Johanna dann in der darauf folgenden Nacht die komplette Infusionsmenge (830ml) und kontrollierten dann Karsamstag und Ostermontag die Werte erneut, sie wurden dann wieder besser. Und so geht das immer auf und ab. Derzeit sind wir wieder bei 630ml, die Johanna pro Nacht bekommt.
Ein weiterer Aspekt ist, dass wir jetzt versuchen, die orale Nahrungsaufnahme (über den Mund) aufzubauen, was aber sehr schwierig ist, da Johanna ja wegen der Infusion nachts und der Magensondennahrung viermal am Tag meist schon satt ist. Wir haben jetzt eine Art Hausaufgabenbuch angefertigt, in das eingeschrieben und gestempelt wird, was Johanna über den Mund aufgenommen hat, und das dann bei der Ärztin ausgewertet wird.
Aber große Erfolge sind damit noch nicht zu verzeichnen. Wenn Johanna mal eine viertel Banane oder ein halbes Filinchen isst, ist das schon viel. Hier ist also ein erstes großes Gebetsanliegen für Euch: dass Johanna das Essen über den Mund mehr und mehr lernt, dass sie Geschmack kennen lernt und Freude am Essen findet. Ärztlicherseits erwägt man als nächsten Schritt eine psychologische Betreuung, um an dieser Stelle weiterzukommen. Als andere Möglichkeit sieht man, Johanna stationär aufzunehmen und ihr unter Kontrolle die Nahrung zu entziehen, die sie über Magensonde und Katheter bekommt. Aber das ist wohl ein sehr schmerzlicher Weg, der sicher auch tränenreich sein würde.
Auch im Bereich der sozialen Kontakte gibt es bei Johanna Defizite, da sie ja nicht in den Kindergarten geht. In Vorbereitung auf das nächste Jahr (ja, da kommt sie schon in die Schule!) will Yvonne mit Johanna in einen Kindergarten zur Vorschule (das sind so ein bis zwei Stunden an einem Vormittag in der Woche) gehen. Da eine gute Möglichkeit zu finden, ist auch ein Gebetsanliegen. Johanna leidet sehr darunter, dass sie keine Freundin hat, so wie sie das bei ihren älteren Schwestern sieht. Auch ihre Situation mit der künstlichen Ernährung erfasst sie mehr und mehr. Neulich sagte sie: „Ich bin das einzige Kind auf der ganzen Welt, das so was hat!" Da kommt uns sehr gelegen und ist uns eine große Freude, dass Fresenius Kabi, der Hersteller der Infusion, nächste Woche in Neufahrn bei München zum ersten Mal ein Treffen für entsprechend betroffene Familien veranstaltet. Zum einen ist da der Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern, zum anderen treffen die Kinder „Leidensgenossen". Wir fahren mit großen Erwartungen dahin. Im Anschluss sind wir eine Woche im Bayrischen Wald im Urlaub, und danach noch eine Woche an der Ostsee. Wir hoffen, dem ganzen Alltagstrott ein wenig zu entkommen und neu Kraft zu schöpfen für die nächsten Aufgaben.
Da ist zum einen der Prozess vor dem Sozialgericht, der immer noch läuft. Vor einigen Wochen war die Gutachterin vom Gericht da, und ihr Besuch hat uns eher noch ermutigt und Kraft gegeben, da sie als gelernte Kinderkrankenschwester und später -ausbilderin genau die Anforderungen kennt, die die Kinderkrankenpflege mit sich bringt. Jetzt werden sicher wieder einige Monate vergehen, bis es zur Verhandlung kommt, bei der geklärt werden soll, wie hoch der Pflegeaufwand für Johanna im Februar 2007 (!) war. Aber wir sind da ganz getrost, wir haben es in Gottes Hand gelegt.
Zum anderen ist die weitere Entwicklung von Johanna, das Vorbereiten auf die Schultauglichkeitsuntersuchung im Januar. Wir streben an, dass Johanna auf eine „normale" Grundschule geht. Von Amts wegen könnte gefordert werden, dass sie auf eine körperbehinderten- Schule kommt. Wir haben Johanna nie als behindert erklären lassen- sie ist krank und wird gesund- schließlich beten wir ja jeden Tag dafür. Danke, dass ihr uns dabei unterstützt, bei unserem „Marathonlauf".
Gott segne euch, Andreas & Yvonne.
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am: 2007.12.11
Fünfter Geburtstag
Liebe Freunde,
nun ist Johanna FÜNF Jahre alt: Am Montag konnten wir ihren Geburtstag feiern- es war eine sehr schöne Feier mit dem Überraschungsgast, ihrer Freundin, die auch Johanna heißt. Die Freude war auf beiden Seiten sehr groß. Auch beide Omas und Opa waren dabei. Einen großen Kindergeburtstag, wie ihn die beiden älteren Geschwister kennen (mit den Freunden aus Kindergarten/ Schule), können wir Johanna nicht ausrichten, da sie ja nicht in den Kindergarten geht. Die wenigen sozialen Kontakte sind schon ein ziemliches Problem für sie.
Fünf Jahre! Der Rückblick auf diese Zeit, die wir erleben durften, erfüllt uns mit Dankbarkeit, dass wir Gottes Durchtragen in jeder Situation spüren- bei aller Belastung. Dankbarkeit auch, weil sich die Vorhersage eines Universitätsprofessors nicht erfüllte, Johanna würde nicht weiter wachsen und keine fünf Jahre alt werden, wenn wir sie nicht massiv mit Wachstumshormonen behandeln lassen. Wir haben nicht zugestimmt, da wir das Gefühl hatten, das sei nicht dran. Damals war Johanna sechs Monate alt und 57cm groß. Jetzt ist sie fast doppelt so groß! (110cm). Seit fast drei Jahren keine Katheterinfektion, seit fast zwei Jahren diesen Katheter und genauso lange nicht eine Nacht im Krankenhaus. Es gibt soviel Grund zum Danken! Ein Gebetsanliegen in jüngster Zeit war, dass es mal irgendwo Fortschritte gibt. Seit vier Wochen haben wir auf Anraten der Ärztin die Infusionsmenge pro Nacht zuerst um 10ml, dann um 5ml pro Nacht abgesenkt, so dass wir von 580ml auf jetzt 420ml gekommen sind. Jede Woche nach dem Gottesdienst haben wir Johannas Blut, das wir morgens beim Abschließen von der Infusion mit abgenommen haben, zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. Die Blutwerte, vor allem das Flüssigkeitsgleichgewicht müssen dabei beobachtet werden. Vorige Woche war er dann ziemlich schlecht, so dass wir mit dem weiteren Absenken der Infusionsmenge gestoppt haben (aber auch nicht gleich wieder erhöht haben). In der Woche vor dem schlechten Wert hatte Johanna aber auch dreimal erbrochen. Am Sonntag hatten wir dann für sie beten lassen, vor allem, dass das mit dem Erbrechen aufhört, weil das schlecht ist für den Flüssigkeitshaushalt. Vorgestern war der Wert wieder wesentlich besser (sie hat auch seit dem Beten nicht mehr gebrochen). Dankt Gott für die Gebetserhörung!
Noch ein paar organisatorische Dinge: Ich möchte in nächster Zeit den Internetauftritt etwas überarbeiten für mehr Übersichtlichkeit. Beachtet bitte auch die neuen Fotos, die in der Galerie zu sehen sind. Danke für Euer Mittragen und Mitbeten, Andreas & Yvonne.
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am: 2007.10.29
mal wieder neues
Liebe Freunde,
nun wird es aber höchste Zeit, wieder mal von Johanna zu berichten. Die Zeit fliegt nur so dahin, kaum zu glauben, dass es jetzt schon wieder fünf Monate vergangen sind, seit wir hier von Johanna berichteten.
Es geht ihr gut; bis auf in ein paar „Zwischenfälle“ wie zuviel Luft im Bauch, die uns ins Krankenhaus brachte, aber nur für einen Nachmittag. Mit dem Senken der Infusion sind wir nicht so richtig vorangekommen, wir hatten Johanna über den Sommer etwas mehr gegeben, damit sie uns nicht „entgleist“, wie es im vergangenen Jahr einmal passiert war. So sind wir jetzt bei 580ml pro Nacht (wir waren ja schon mal bei 500ml), das Gewicht steigt nur langsam; wir sind jetzt so bei 19,7kg, über den Tag schwankt es doch ziemlich. Genauso schwanken auch die Blutwerte, so dass man nicht genau weiß, ob und wie man die Infusion weiter senken kann. Insgesamt ist Johannas Blut übersäuert. Wir brauchen in dieser Sache Weisheit, wie es weitergehen kann.
Dankbar sind wir, dass es mit der Infusion zu Hause so gut klappt, Gott bewahrt hier vor Infektionen; jetzt sind es bald zwei Jahre, dass Johanna mit diesem Katheter zu Hause ist.
In Sachen Zurückstufung der Pflegestufe ist es so weitergegangen: Nachdem die Pflegekasse den Widerspruch abgelehnt hat (auf Basis eines Wiederholungsgutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen), haben wir den Widerspruch aufrechterhalten. Das bedeutet, dass die ganze Sache noch mal beim Widerspruchsausschuss der Krankenkasse geprüft wird. In Folge dessen bekamen wir auch von dort die Ablehnung mit dem Hinweis auf Rechtsmittel, d.h. Klage vor dem Sozialgericht.
O Mann, wieder so eine Entscheidung! Einerseits die positive Entwicklung von Johanna, andererseits die Ungerechtigkeit, die wir hier empfinden. Einerseits die Zusage von Gott, uns auch materiell zu versorgen, andererseits die monatliche Unterdeckung in der Haushaltskasse. Einerseits eine Gehaltserhöhung, für die wir dankbar sind, andererseits ist da immer noch eine Lücke. Manchmal kommt einem das wie ein Kampf an vielen Fronten vor, und man droht dazwischen zerrieben zu werden. Hier wünschen wir uns Frieden und Gelassenheit, die Gott nur schenken kann.
Nach dem wir uns alles reichlich überlegten, uns versucht haben mit der Kranken-/ Pflegekasse auf dem Weg zum Richter zu einigen, Leute um Rat gefragt und auch alles vor Gott legten, haben wir am Leipziger Sozialgericht Klage eingereicht. Nun hoffen wir, dass bei der Kranken-/ Pflegekasse das Korsett ihrer eigenen Bürokratie und Verwaltungsvorschriften fallen kann und sie den Menschen Johanna Heinze als Ganzes sehen können. In einem Vergleich könnte die Krankenkasse vielleicht Yvonne eine kleine monatliche Leistung geben, die die Lücke ausgleicht. Allein für das An- und Abschließen der Infusion müsste die Krankenkasse einem Pflegedienst monatlich über 1000 Euro bezahlen! Aber Krankenkassen zahlen so gut wie nie Geldleistungen (hier vielleicht 100-200 Euro), sondern lieber Sachleistungen (s.o.).
Ansonsten ist alles wie immer, durch die Schwankungen des Körpergewichts ist es Johanna auch oft nachmittags übel und sie hat Angst zu Erbrechen, was auch gelegentlich vorkommt. Trotz aller Routine wollen und werden wir uns nicht daran (wie an die ganze Krankheit) gewöhnen. Wir beten nach wie vor jeden Tag für vollständige Heilung, weil Gott das zugesagt hat und Seine Verheißungen erfüllen sich! Johanna erkennt ihre Situation mehr und mehr selbst, betet abends auch selbst für ihre Heilung, z.B.: „…und bitte, Gott, mach mich dringend ganz gesund, damit ich auch Schokolade und Joghurt essen kann wie meine Schwestern…“
Wir bitten Gott auch um eine Idee für mehr soziale Kontakte, da wir feststellen, dass Johanna auch der Kindergarten und Freunde fehlen.
Habt Dank, dass Ihr uns (auch als Familie) im Gebet mittragt,
Alles Liebe,
Andreas & Yvonne.
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am: 2007.06.04
Wie ein Marathonlauf
Liebe Freunde,
heute wollen wir wieder von Johanna und unserer Situation berichten, damit Ihr auch gezielt beten könnt.
Vor Jahren war ich einmal Zuschauer beim Hanse- Marathon in Hamburg; ein Freund von uns lief auch mit. Für mich war und ist es immer noch eine unvorstellbar lange Strecke, die man laufend zurücklegt. Beim Start war unser Freund kaum zu sehen, so viele Leute waren da. Trotzdem hat er uns und wir ihm zugewunken. Nach dem Startschuss, und nachdem er an uns vorbei gelaufen war, sind wir eine Abkürzung zum nächsten Streckenabschnitt gegangen. Der ganze Pulk der Läufer kam wenig später dort vorbei. Wir hielten natürlich Ausschau nach unserem Freund- wieder ein Lächeln, ein Zuwinken. Zum nächsten Streckenabschnitt sind wir ein paar Stationen mit der S-Bahn gefahren. Dort war das Feld der Läufer natürlich schon weit auseinander gezogen. Gespannt schauten wir auf die Reihe der Läufer, um unseren Freund zu entdecken- bald kam er auch- die Strapazen der 15 km, die er bis dahin zurückgelegt hatte, waren ihm deutlich anzusehen. Aber sein Schritt war noch gut. Wir liefen ein kurzes Stück mit ihm und feuerten ihn an. Man konnte richtig sehen, wie ihn das aufbaute. Nach dem wir seine leere Wasserflasche mit einer vollen getauscht hatten, ließen wir ihn ziehen. Wieder mit der S-Bahn ein paar Stationen weiter zu Kilometer 30.
Dort hatte sich das Läuferfeld schon sehr ausgedünnt und die Läufer kamen sehr vereinzelt. Etliche liefen nur noch sehr langsam, einige humpelten schon. Alle wurden angefeuert und so ermutigt weiterzumachen. Inzwischen klatschten alle Zuschauer für jeden, der vorbei lief. Aber wo war unser Freund? War er schon vorbei- hatten wir ihn verpasst? Oder hatte er gar schon aufgegeben? Wir hofften und bangten. Endlich kam er um die Ecke, sichtlich gezeichnet von den 30 Kilometern Lauf, die jetzt hinter ihm lagen. Aber sein Schritt war fest, und er schnaufte nur wenig und er freute sich auch riesig, uns zu sehen. Wieder liefen wir ein Stück des Weges mit ihm, reichten ihm Handtuch zum Schweißabwischen, tauschten wieder die Wasserflaschen. Ein wenig wehmütig ließen wir ihn dann ziehen- wie würde er die letzten, knapp zwölf Kilometer schaffen? Unsere Gedanken waren mit ihm.
Am Ziel war natürlich wieder viel mehr los als auf der Strecke- es war wie ein Volksfest und jeder, der das Ziel erreichte, wurde von der Menge gefeiert. Unsere Gedanken waren natürlich bei unserem Freund- wie würde es ihm gehen? Nach einer uns wie eine Unendlichkeit vorkommenden Zeit kam er angelaufen, stark abgekämpft, aber sehr froh, endlich das Ziel zu erreichen. Nachdem er die Ziellinie überschritten hatte, fielen wir uns in die Arme und freuten uns gemeinsam über seinen Kampf, der nun gewonnen war. Er erzählte uns von seinem Lauf, von den Gedanken, die er auf der Strecke hatte, der Einsamkeit, dem Aufgebenwollen. Aber auch von dem Ansporn, dass seine Freunde am Wegrand standen und mit ihm fieberten, und von der praktischen Hilfe in Form von Schweißtuch und Wasserflasche, die wir ihm gaben. Mit einem gemeinsamen Essen feierten wir seinen Sieg, den Lauf vollendet zu haben.
Als das mit Johanna anfing, hatten wir ganz am Anfang auch ein Bild, als würden wir uns jetzt auf unseren „Marathonlauf“ begeben, nur dass wir nicht wissen, wie lang die Wegstrecke sein wird. Wird der Weg 41,9 km sein, wie der klassische Marathon, oder nur 20 km, oder gar 100? Wir wissen es nicht, aber wir wissen, dass Gott ein Auge auf uns hat und uns immer wieder ermutigt und aufrichtet, uns ermuntert weiterzulaufen und das Ziel zu erreichen.
Im unserem derzeitigem „Streckenabschnitt“ bewegen wir die Frage, wie wir mit der Zurückstufung der Pflegestufe umgehen. Nachdem wir in den Widerspruch gegangen waren, hat im April eine Gutachterin vom Medizinischen Dienst erneut begutachtet. Vor einer Woche kam nun der ablehnende Bescheid der Pflegekasse. Zum einen freuen wir uns ja auch, dass der Pflegeaufwand zurückgegangen ist. Aber dass zum anderen viele Zeiten nicht angerechnet werden, finden wir ungerecht. Zum Beispiel wird für die Ernährung mit der Sonde 20 Minuten am Tag gerechnet- soviel braucht Yvonne schon allein für das erste Zubereiten an Morgen! Und Johanna bekommt vier Mal am Tag Nahrung über die Magensonde. Die Gutachterin räumte auch ein, dass die Pflegerichtlinien für alte Leute, nicht für Kinder geschrieben sind. Sie könne aber nur Mehraufwand berechnen, wenn eine Situation gegeben wäre, die in ihrem Katalog steht, wie z.B. „heftiges Abwehrverhalten“. Die zweite Ungerechtigkeit, die wir empfinden ist, dass die Ernährung, die Johanna über die Infusion nachts bekommt, bei der Pflege gar nicht angerechnet bekommt, da dies medizinische Behandlungspflege sei und somit nicht von der Pflegekasse, sondern von der Krankenkasse zu bezahlen sei. Die Gesetze seien nun mal so.
Wir sollen nun der Pflegekasse bis zum 06.06.07 mitteilen, ob wir unseren Widerspruch aufrecht erhalten- und sind nun mit uns im Zwiespalt: Sollen wir die Rückstufung anerkennen und den Ausfall an monatlicher Zuwendung anders kompensieren, in dem Yvonne irgendwie arbeiten geht oder ich mir einen Zweitjob suche? Das würde die Familiensituation und Yvonne aber ungemein belasten. Oder sollen wir an der „Plegestufe- Front“ weitermachen?
Ich habe auch meinen Chef um eine Gehaltserhöhung gebeten, da ich jetzt auch mehr Verantwortung im Beruf übernahm- sollte das die Lösung sein? Bitte betet um Weisheit in dieser Sache. Johanna geht es soweit gut, die Warm-Wetter-Phasen setzen ihr und ihrem Flüssigkeitshaushalt besonders zu. Je nach Abschätzung (Augenringe, evt. Torkeln) geben wir ihr nachts mehr Infusion, manchmal 570ml, manchmal 530. Eigentlich waren wir ja schon bei 500ml angelangt, aber die Werte hatten sich wieder etwas verschlechtert.
Ansonsten nimmt sie zurzeit nicht mehr so sehr zu, was aber nicht Besorgnis erregend ist. In ihrer persönlichen Entwicklung scheint sie am meisten vorwärts zu gehen, man merkt es an Satzbau und Wortwahl. Ihr größter Wunsch ist nach wie vor eine Freundin, sie sieht z.B. Rebecca nachmittags zu ihrer Schulfreundin gehen, und sagte neulich: „Ich wünschte ich hätte auch eine Lisa“. Möge Gott auch hier ihren Mangel ausfüllen.
Also: Habt Dank, dass Ihr uns auf unserem Marathonlauf begleitet. Die Siegesfeier wird herrlich sein.
Liebe Grüße,
Andreas & Yvonne.
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am: 2007.04.09
Neues von Johanne Heinze - 2007
Liebe Freunde,
es wird nun endlich Zeit, Neues von Johanna zu berichten. Wenn so wenig
passiert (was ja auch sein Gutes hat!), ist es schwer, wirklich Neues zu schreiben. Nachdem nun einige Zeit ins Land gegangen ist, gibt es auch einiges zu berichten:
Im Januar war ja das lange geplante Kontrastmittel-Röntgen. Ich hatte mir dazu einen Tag Urlaub genommen und Yvonne begleitet. Wir verbrachten einen Vormittag in der Kinderklinik; früh wurde Johanna ein Kontrastmittel über die Magensonde verabreicht und eine erste Aufnahme (Durchleuchten) gemacht, als das Mittel aus dem Magen in den Dünnarm übergegangen war.
Nach einer dreiviertel Stunde wurde dann ein Röntgenbild gemacht; nach einer weiteren Stunde noch mal durchgeleuchtet. Das Ergebnis (wir konnten es dann auf einem Computermonitor gemeinsam mit der Ärztin auswerten) war sehr zufrieden stellend: Vor zwei Jahren, als man Johanna am Darm operiert hatte, war der Stand, dass der Dickdarm, der normalerweise als Rahmen rings um den Dünndarm ist, sich mit in Schlaufen gelegt hatte. Das Kontrastmittelröntgen jetzt hat ergeben, dass er wieder ORDNUNGsgemäß als Rahmen liegt. Etwa das obere linke Viertel dieses Rahmens füllt ein Dünndarmpaket aus! Die Länge ist nicht zu ermitteln. Uns kam bei diesem Bild der Gedanke, dass Gott hier im Verborgenen schafft und das Gebet: „Bitte Herr, füll diesen Rahmen ganz“.
Auch die Blut- und Leberwerte sind seit Monaten so gut und Johanna nimmt weiter gewichtsmäßig zu, so dass wir die nächtliche Infusionsmenge weiter reduzieren konnten auf jetzt 510ml/Nacht. Vor vier Wochen war der Säure-Basen-Wert sogar leicht positiv, d.h. Johannas Körperflüssigkeiten sind ja eigentlich krankheitsbedingt übersäuert- jetzt sind sie im Normbereich. Das alles erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit- dankt mit uns Gott dafür!
Die Probleme und Schwierigkeiten sind auf anderen Seiten. Die permanente Dauerbelastung ist vor allem für Yvonne so groß, dass sie jetzt auch schon mal zum Notdienst musste mit Herzrasen. Dann ist da auch die permanente Müdigkeit. Betet bitte für die Gesundheit und für Stärke für die ganze Familie!
Durch den Verdienstausfall, der mit der Aufgabe von Yvonnes Arbeitsstelle vor eineinhalb Jahren kam, wird es nun finanziell ziemlich eng; das Pflegegeld gleicht da einiges aus. Im Januar aber stand die Überprüfung der Pflegestufe durch den Medizinischen Dienst an. Im Ergebnis hat man Johannas Pflegebedürftigkeit von Stufe 2 auf Stufe 1 zurückgestuft, konkret bedeutet das 205 Euro weniger Pflegegeld pro Monat.
Wir haben einen Widerspruch geschrieben, da die parenterale Ernährung Johannas nicht
berücksichtigt wird. Laut Pflegekassen ist parenterale Ernährung (Infusion über die Vene) keine Ernährung, sondern medizinische Grundpflege und kann daher nicht berücksichtigt werden. Einen Pflegedienst aber, der Johanna morgens von der Infusion ab- und abends wieder anschließt, würde aber bezahlt werden! Das ist paradox. Wir hoffen nun, dass der Medizinische Dienst und die Pflegekasse ein Einsehen haben, dass es bei Johannas speziellem Krankheitsbild erforderlich ist, sie zusätzlich über den Katheter zu ernähren. Den Spielraum dazu haben sie durch die Richtlinien des Verbandes der Pflegekassen. Am 11.04.07 wird der Medizinische Dienst
erneut begutachten, wir hoffen, dass es dann zu einem besseren Ergebnis kommt. Wir legen es in Gottes Hand- Er hat die Übersicht.
Wir haben eine neue Gebetskarte für die Beter erstellt, die wir in unserer Gemeinde verteilen. Danke, dass Ihr uns mittragt, auch und gerade über die Länge der Zeit. Gott segne Euch!
Andreas & Yvonne.
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am: 2006.06.29
Hamsterrad
Nun ist schon wieder fast ein halbes Jahr vergangen, seit wir an dieser Stelle von Johanna berichteten. Die Zeit fliegt nur so vorüber bei der täglichen Maschinerie, dem Hamsterrad, in welchem wir uns befinden. Wenn es dann nicht so viel weltbewegend Neues gibt, fällt es auch schwer, an dieser Stelle ständig zu berichten.
Der Katheter, den Johanna Ende des vergangenen Jahres erhalten hat, ist gut eingewachsen, und seitdem hat es auch keine Komplikationen (Entzündungen oder Infektionen gegeben. Seit die intravenöse Ernährung Anfang dieses Jahres an das größere Körpergewicht angepasst worden ist (mehr Kalorien), nimmt sie wieder besser zu.
An das Pflaster an der Eintrittsstelle musste sich ihre Haut noch gewöhnen, oft juckt es und es ist gerötet, weil Johanna dann dort kratzt. Wir brauchen dann auch immer wieder neue Ideen, wie man die Stelle abkleben und sichern kann.
Mitte Januar sind wir es angegangen, Johanna den Nuckel zu entwöhnen; sie sprach zusehends schlechter. Nach ein paar unruhigen Nächten ging es schnell besser. Wir beten dafür, dass Gott ihre Bedürfnisse stillt. Nach kurzer Zeit wurde schon deutlich, dass es richtig war- sie spricht jetzt wesentlich besser und hat sich in der letzten Zeit, was Sprache und Ausdruck betrifft, gut entwickelt.
Auch ansonsten ist sie nun schon eine richtig „Große“, wir staunen und freuen uns jeden Tag. Das Baby- Stühlchen hat sie jetzt zum Basteln und Malen, sie sitzt mit uns am Tisch auf einem großen Stuhl. Sie liebt es, sich am Tisch große Schnitten zu schmieren und dann nur ganz wenig davon abzubeißen. Sie genießt die Gemeinschaft am Tisch. Neulich sagte sie, dass sie mit ihren Schwestern in die Schule gehen möchte. Sie versteht aber auch mehr und mehr ihre Situation, manchmal fällt es uns schwer, ihr zu erklären, warum sie nicht wie ihre Schwestern essen kann oder in der Badewanne planschen kann. Johanna liebt es zum Kindergottesdienst zu gehen, der Kontakt zu anderen Kindern und die Geschichten von Jesus faszinieren sie. Manchmal redet sie mit Jesus, als wäre Er sichtbar. Neulich reichte sie am Tisch ein Stück Brot in Richtung eines leeren (?) Stuhles und fragte: „Na, Jesus, willst Du auch was?“
Einmal kam sie auch zu ersten Mal allein aus dem Bett- eine Sprosse war kaputt gegangen. Johanna wird groß! Beim Mittagsschlaf ist das mit dem Rauskommen kein Problem, da die da nicht an der Infusion hängt, aber was machen wir nachts? Wie können wir ihr beibringen, dass das mit der Infusion ziemlich heikel ist? Auch hier suchen wir nach Ideen. Im April bekam Johanna das langersehnte neue Bett; und sie ist ganz stolz darauf. Es war Zeit, das Baby-Bett zu ersetzen, da Johanna sooo groß geworden ist. EHRE SEI GOTT! Johanna liegt richtig entspannt mit ausgebreiteten Armen darin und schläft sehr gut. Außerdem haben wir dadurch eine angenehmere Arbeitshöhe beim Windeln und Verband wechseln und beim An- und Abschließen der Infusion.
Die Erkältungszeiten gingen auch an uns nicht vorüber, auch die beiden Großen waren eine Woche mit einer Bronchitis zu Hause. Das wiederum bedeutet enormen Stress für Yvonne. Johanna hat ja fast ständig irgendeinen Infekt, durch das geschwächte Immun- System.
Für den Kurantrag, den wir vor ein paar Wochen für die ganze Familie stellten, hat die Ärztin vom Krankenhaus auch eine Zusammenfassung von Johannas Ergehen im zurückliegenden Jahr geschrieben. Wenn man das durchliest, gibt das viel Grund zur Dankbarkeit:
- Johanna hat sich gewichtsmäßig so entwickelt, dass sie jetzt vom Alter her genau in der Mitte liegt
- größenmäßig hat sie aufgeholt, d.h. sie ist vom unteren Rand auf jetzt in etwa ein viertel ihrer Altersgruppe gestiegen
- die Infusionsmenge (pro Nacht) konnte von über 1000ml auf jetzt 600ml gesenkt werden
- die Nahrungsmenge, die über den Darm aufgenommen wird, hat sich erhöht
- geistig und mental entwickelt Johanna sich altersgerecht.
Von der beantragten Kur, die wir als gesamte Familie machen wollen, erhoffen wir uns Verbesserungen in vielen Bereichen, denn nach wie vor ist die ganze Familie belastet (nervliche Belastung, drohendes Burn-Out-Syndrom, Übergewicht und Schlafstörungen bei den Eltern, teilweise Vernachlässigung der beiden großen Schwestern). Zunächst wurde die Kur nur für Yvonne und die Kinder bewilligt, da bei Andreas keine Notwendigkeit einer stationären Behandlung gesehen wurde. Wir schrieben dann der Krankenkasse, dass die Kur ja nur Sinn macht, wenn die ganze Familie zusammen ist (Familientherapie) und dass Andreas ja am meisten mit involviert ist in der Ernährung von Johanna (Infusion + Ernährung über Magensonde), was auch keine normale Kurklinik mittragen kann. Deshalb und da ja auch bei Ihm einige Symptome vorhanden sind, stimmte die Krankenkasse zu, dass wir als ganze Familie zur Kur fahren können. Das hat uns riesig gefreut. So werden wir während der Sommerferien für drei Wochen ins Sauerland in ein schönes Kurheim fahren, und wir erhoffen uns gute Impulse sowohl für unser Familienleben wie auch unsere persönliche gesundheitliche Entwicklung.
Als Entschädigung, dass es mit einem neuen Bericht auf dieser Seite so lange gedauert hat und zum Mit- Staunen, haben wir einige neue Bilder in die Galerie gestellt, das Neueste war ja noch von Johannas zweitem Geburtstag. Zum Ausdrucken gibt’s auch einige Bilder unter fotos.web.de/auy.heinze/Johanna
Ihr seht, dass es immer noch und immer wieder viel Grund zum Danken und zur Fürbitte gibt.
Betet bitte für Bewahrung vor Kathederinfektion, Schutz ihrer Leber, Stärkung des Immunsystems (sie hat fast einen Dauerschnupfen) und darum dass die Infusionsmenge weiter gesenkt werden kann.
In der Hoffnung, dass es mit dem nächsten Bericht nicht wieder so lange dauert und guten Wünschen für eine schöne Sommerzeit mit Pausen zum Zurückschalten und Besinnen grüßen Euch herzlich Andreas & Yvonne mit Rebecca, Elisabeth und JOHANNA.
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am: 2006.01.03
Aufregung zu Weihnachten
Zum einen wird es wieder Zeit, etwas Neues von Johanna zu berichten, andererseits gibt der Jahreswechsel wieder eine Gelegenheit, zurückzublicken.
Zunächst möchten wir allen, die dieses lesen, ein gesundes und friedliches Neues Jahr 2006 wünschen.
Anfang Dezember konnten wir Johannas dritten Geburtstag feiern! Das hat uns alle mit großer Freude und Dankbarkeit erfüllt, zumal dieses Jahr insgesamt gesehen wirklich ein gutes war. Johanna hat sich prächtig entwickelt, gut zugenommen und ist fast doppelt so schnell gewachsen wie normal in dem Alter.
Die Feier war sehr schön mit beiden Omas und Opas, besonders hat sich Johanna gefreut über den Besuch von Manuela, der Stationsärztin von der Kinderklinik. Zwischen den beiden besteht ein besonderes Verhältnis. Die Wohnung war schön geschmückt und Johanna hat es sichtlich genossen, im Mittelpunkt zu stehen.
Eine Schwierigkeit, die immer größer wird ist, dass Johanna jetzt anfängt zu verstehen, dass bei ihr die Ernährung anders läuft und dass sie nicht so essen kann wie die beiden Großen. Das gibt oft Tränen und auch uns fällt es schwer, ihr zu erklären, warum das so ist. Johanna stellt jetzt ganz viele „Warum“- Fragen.
Kurz vor Weihnachten war es noch mal ganz spannend: Seit einiger Zeit hatte sich Johanna beim Katheter-Spülen beschwert, der Bauch würde wehtun. Wir hatten das auf die gekühlte Kochsalzlösung zurückgeführt. Am Mittwoch vor Weihnachten war es dann nicht zu übersehen: nach dem Spülen bildete sich eine Beule am Bauch, wahrscheinlich war also der Katheter undicht. Kontrastmittelröntgen bestätigte den Verdacht. Am Tag vor Heilig Abend OP! (ihre 21. übrigens). Zunächst glaubten wir, das war’s für Weihnachten, da nach Katheterwechsel mindestens 10-14 Tage Krankenhausaufenthalt anstehen. Die Ärzte hatten aber soviel Vertrauen zu uns, dass sie Johanna am 24.Dezember mittags entließen- nur zwei Nächte im Krankenhaus. So konnten wir Weihnachten mit der ganzen Familie feiern, das war ein großes Geschenk!
Jetzt hat sie also einen Katheter an der linken Halsseite, da muss sie sich noch dran gewöhnen. Wir hoffen, dass die Entzündung an der Eintrittstelle bald verschwindet und dass sie vor Katheterinfektion bewahrt bleibt. Betet bitte mit dafür!
Dankt Gott für die fast ganz normalen Blutwerte heute, und dass wir mit der Infusion weiter runter gehen können (von 650ml auf 600ml/Nacht).
Danke, dass Ihr uns mittragt.
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